header-back0302
body-back03

Startseite

Termine

Informationen

Häufig gestellte Fragen

Formulare / Download

Teilnehmende Institutionen

MRE - Koordinierungsgruppe

Veranstaltungen

Pressemitteilungen

Kontakt

Impressum

 

Interner Bereich

 

Presse

 

Presseinformation zur Auftaktveranstaltung des MRE-Netzwerkes Rhein-Nahe
am 28.09.2011 in der Universitätsmedizin Mainz

In ganz Europa sind Infektionen, die sich Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit einer stationären oder ambulanten medizinischen Behandlung zuziehen (sogenannte nosokomiale Infektionen), ein ernst zu nehmendes Problem. Es kommt hinzu, dass viele dieser Infektionen durch Krankheitserreger verursacht werden, die gegen Arzneimittel resistent geworden sind und daher immer schwieriger zu bekämpfen sind. Daher sind eine gute Infektionshygiene und eine Vermeidung der Ausbreitung von resistenten Krankenhauserregern von zunehmender Bedeutung. Bisher wurden diese Aufgaben in Deutschland vor allem von Einrichtungen geleistet, die geeignete Strukturen in der Krankenhaushygiene hatten. Es sich aber gezeigt, dass diese vereinzelten Anstrengungen nicht ausreichen, da mit multiresistenten Erregern (MRE) besiedelte Patienten nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in Altenheimen, Rehabilitationseinrichtungen oder in ihrer häuslichen Umgebung betreut werden müssen.

Auch in unserer Region kommen zunehmend multiresistente Erreger (MRE) vor, die zu einer Verunsicherung von Angehörigen, Pflegenden und Ärzten bezüglich des Umgangs mit dieser Problematik führen.

Daher wurde für das Gebiet Rhein-Nahe heute das Netzwerk Rhein-Nahe aus der Taufe gehoben. Es soll einerseits Hilfestellung und Informationen zu einer Bekämpfung dieser Infektionen geben und andererseits die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Gruppen transparenter und effektiver gestalten. 

Die Initiative ging von den Gesundheitsämtern der Landkreise Mainz-Bingen, Bad Kreuznach, Alzey-Worms und Rhein-Hunsrück sowie der Universitätsmedizin Mainz aus. In dem Netzwerk arbeiten zurzeit die genannten Gesundheitsämter und medizinische Leistungserbringer, wie die Universitätsmedizin Mainz, das Katholische Klinikum Mainz, die Diakonie Bad Kreuznach und das Krankenhaus St. Marienwörth aus Bad Kreuznach sowie das Landeskrankenhaus Alzey zusammen. Von den Pflegeinrichtungen sind das Haus St. Joseph aus Bad Kreuznach und das Haus Maria Königin aus Kirn vertreten.

netzwerk05Gemeinsames Ziel des Netzwerkes ist die Minimierung der Infektionsraten sowie die Entwicklung und Anwendung wirksamer Strategien gegen die multiresistenten Erreger. Daher steht das Netzwerk für alle Einrichtungen des Gesundheitswesens in der Region (Siehe Bild) offen, wobei sich die Einrichtungen mit der Aufnahme in das Netzwerk zur Einhaltung grundlegender hygienischer Standards verpflichteten.

Eine wichtige Aufgabe des Netzwerkes wird die schnelle und umfassende Information aller Akteure und der Betroffenen hinsichtlich grundlegender Aspekte und neuer Entwicklungen bei der Bekämpfung von multiresistenten Erregern im Rhein-Nahe Gebiet sein. Der Beginn dazu wurde im Rahmen der Auftaktveranstaltung durch Fachvorträge zu unterschiedlichen Aspekten des Umgangs mit multiresistenten Erregern und den jeweils erforderlichen Hygienemaßnahmen gemacht.

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass z. Zt. die Gesetzgebung hinsichtlich des Infektionsschutzes durch den Bund und die Länder grundlegend überarbeitet wurde und weitreichende Änderungen im Infektionsschutzgesetz erst kürzlich durch den Bundestag verabschiedet wurden, kommt den Ländern eine wichtige Rolle in der Infektionsverhütung zu. So wird die Gründung regionaler Netzwerke und diese Auftaktveranstaltung von der Landesregierung unterstützt. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer hat die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen.

Herr Dr. Hoffmann, Leiter des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung Mainz-Bingen, der die Gäste begrüßte und die Veranstaltung moderierte, ging in seiner Einführung ins Thema auf die Entstehung und Aufgaben des Netzwerkes ein. Ein besonderes Problem besteht derzeit an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Durch unzureichende oder verspätete Informationsweitergabe kann es bei notwendigen Behandlungen oder im Einzelfall erforderlichen, besonderen Infektionsschutzmaßnahmen zu Verzögerungen kommen. Mit einem von der Koordinatorengruppe des Netzwerkes erarbeiteten „Sanierungs- und Übergabeprotokoll“ soll künftig eine schnellere Informationsweitergabe erfolgen und die aufnehmende Einrichtung nicht nur über die bisherige Behandlung sondern auch über weiterführende Maßnahmen unterrichtet werden. Grundsätzliches Ziel ist zunächst die Selbstverpflichtung der Einrichtungen des Gesundheitswesens in der Region zu einem definierten Hygienestandard; dessen Einhaltung soll durch externe Kontrollen überprüft werden.

Herr Prof. Exner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene sowie Direktor des Institutes für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn, ging in seinem Vortrag auf die Probleme in der medizinischen Versorgung von Infektionen mit multiresistenten Krankheitserregern ein. Es wurde ein umfassender Überblick über multiresistente Erreger und die derzeitigen Entwicklungen im europäischen Raum gegeben. Ein Schwerpunkt der Ausführungen lag auf den schwerwiegenden Konsequenzen für die medizinische Versorgung, wenn nicht konsequente Gegenstrategien umgesetzt würden. Das Ziel muss eine „zero tolerance“ gegenüber den multiresistenten Krankheitserregern sein.

Herr Dr. Lichtenberg, Leiter des Gesundheitsamtes Bad Kreuznach, präsentierte erste Ergebnisse, die durch eigene Untersuchungen des Netzwerks in diesem Jahr erhoben werden konnten. Insbesondere der Umgang mit MRSA in den Pflegeheimen des Rhein-Nahe-Gebietes stand im Mittelpunkt. Es zeigte sich, dass MRSA flächendeckend in Altenheimen der Rhein-Nahe-Region vorkommen. Besonders erwähnenswert ist, dass bei Personal und Bewohnern in der Region große Ängste vor MRSA bestehen (jeweils über 40%). Die Hygienemaßnahmen hinsichtlich MRSA werden oft als enorme Belastung empfunden, wobei diese Aussage mit der Angst vor MRSA einhergeht. Die Ergebnisse zeigen, dass in Pflegeeinrichtungen ein hoher Informations- und Schulungsbedarf notwendig ist, um Ängste abzubauen und so eine adäquate Versorgung MRSA-besiedelter Bewohner zu erreichen. Dies wird in Zukunft ein zentraler Punkt des MRE-Netzwerkes sein.

Herr Prof. Jansen, der Leiter der Krankenhaushygiene der Universitätsmedizin Mainz, schilderte in seinem Vortrag zukünftige Entwicklungen. So gibt es innerhalb der Gruppe der MRSA unterschiedliche Typen, die sich in ihrer Ausbreitungsfähigkeit unterscheiden und damit unterschiedliche Risiken für Patienten bergen. Die derzeitige Verbreitung der Typen in Deutschland und insbesondere in der Rhein-Nahe-Region wurde vorgestellt. Ein besonderer Aspekt  lag auf Typen, die außerhalb der Krankenhäuser ein Problem darstellen, so genannte „community acquired MRSA“-Stämme, welche auch zunehmend bei der Normalbevölkerung Infektionen verursachen können.

Herr Prof. Herrmann, Direktor des Institutes für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums des Saarlandes, stellte seine Ergebnisse zu einer weitreichenden Erfassung von MRSA im Saarland dar. In dieser Studie wurden über zwei Monate saarlandweit alle stationären Aufnahme-Patienten auf das Vorkommen des MRSA-Keims untersucht. Das Ziel war, Ausbreitungswege zu erfahren und insbesondere die Risikofaktoren eines Menschen für eine Besiedelung mit MRSA zu erforschen. In dem Vortrag wurden auch ganz aktuelle, bisher noch unveröffentlichte Ergebnisse zu dieser Studie vorgestellt.

Weitere Informationen:

www.mre-netzwerk-rhein-nahe.de

Ansprechpartner:

Dr. Dietmar Hoffmann, Leiter der Abteilung Gesundheitswesen (Gesundheitsamt) der Kreisverwaltung Mainz-Bingen, Große Langgasse 29, 55116 Mainz. Tel.: 06131-693334200

  Impressum

Datenschutz

Rechtliches